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31 Tage lang kein Alkohol? So schaffen Sie den „Sober October“

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Die alkoholfreie Challenge kann Ihre Gesundheit nachhaltig verbessern. Hier sind sieben Expertentipps, die Ihnen helfen, den Monat durchzuhalten.

31 Tage lang kein Alkohol? Für manche klingt das wie ein Albtraum. Doch seit sich das Sober-October-Konzept vor rund einem Jahrzehnt in Großbritannien durchgesetzt hat, stellen sich jedes Jahr Tausende im ganzen Land der Herausforderung – oft in der Hoffnung, ihre Gesundheit grundlegend zu verbessern.

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Dieser Artikel von Emily Craig entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.

Anfangs sind die Vorteile noch eher bescheiden. „Nach einer Woche stellen viele Menschen etwas mehr Energie, bessere Konzentration und frischere Haut fest“, sagt Dr. Richard Piper, CEO von Alcohol Change UK. „Ab der zweiten Woche kann man mit weniger Sodbrennen und besserem Schlaf rechnen, vor allem wenn man es gewohnt ist, sich vor dem Zubettgehen noch einen Drink zu gönnen“, erklärt er.

Bereit für den „Sober October“ ohne Alkohol?
Bereit für den „Sober October“ ohne Alkohol? © IMAGO / VectorFusionArt

Die messbaren Effekte setzen nach etwa drei bis vier Wochen ein. „Von meinen Klientinnen und Klienten mit Bluthochdruck verzeichneten über 70 Prozent eine Senkung nach einem Monat ohne Alkohol“, sagt die Alkohol-Coachin Sandrea Parker, Gründerin von Just The Tonic. Auch Herzfrequenz und Cholesterin dürften sinken. Hinzu kommen Gewichtsverlust und finanzielle Einsparungen – jedes ausgelassene Pint spart rund 180 Kalorien und 5,50 Pfund.

Gut vorbereitet in den alkoholfreien Monat starten

Ein wenig Vorbereitung ist jedoch entscheidend, um diese Vorteile voll ausschöpfen zu können. Im Folgenden teilen Expertinnen und Experten ihre wichtigsten Tipps. So lässt sich die alkoholfreie Zeit nicht nur besser durchhalten, sondern oft sogar genießen – und die positiven Effekte werden deutlicher spürbar.

Manche Menschen wissen von vornherein, dass es für sie nicht realistisch ist, einen ganzen Monat komplett auf Alkohol zu verzichten, etwa weil ein runder Geburtstag oder ein anderes wichtiges Ereignis ansteht. „Es lohnt sich trotzdem unbedingt, bei Sober October mitzumachen und im Übrigen konsequent zu verzichten, abgesehen von ein oder zwei bestimmten Tagen“, sagt Prof. David Nutt, Neuropsychopharmakologe am Imperial College London, ehemaliger oberster Drogenberater der britischen Regierung und Entwickler der alkoholfreien Spirituose Sentia. „Beim Alkohol gilt: Weniger ist immer mehr.“

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, empfiehlt er: „Fordern Sie Ihre Freunde heraus, mitzumachen.“ Besonders hilfreich sei es, den Monat gemeinsam mit einem Partner oder einer Partnerin zu bestreiten, von dem oder der man das Gefühl hat, dass er oder sie zu viel trinkt, dies aber nicht zugeben möchte. „Es kann sie oder ihn dazu ermutigen, aufzuhören, die gesundheitlichen Vorteile zu erleben und anschließend zu einem sichereren Konsumniveau zurückzukehren.“

Alkohol aus dem Haus räumen und Alternativen bereithalten

„Für die meisten Menschen ist nicht die Party das eigentliche Problem“, sagt Parker. „Es ist die Flasche, die um 18 Uhr in der eigenen Küche geöffnet wird. Räumen Sie sie weg oder stellen Sie sie zumindest außer Sichtweite und legen Sie sich alkoholfreie Getränke zu, die Ihnen wirklich schmecken.“ Man könne Freunde oder Familienmitglieder bitten, den Alkohol für die Dauer des Monats aufzubewahren, schlägt Dr. Piper vor.

Als Alternativen kommen alkoholfreie Weine, Spirituosen und Biere infrage. „Denken Sie an etwas mit Geschmack oder einem gewissen Kick“, sagt Parker. „Die meisten Erwachsenen möchten nicht einfach Orangensaft trinken. Die meisten Weintrinker werden alkoholfreien Wein anfangs ebenfalls nicht mögen, weil er selten wie das Original schmeckt. Probieren Sie lieber einen alkoholfreien Gin wie Tanqueray 0,0 %, ein gutes alkoholfreies Bier wie Lucky Saint oder etwas eigenständig Anspruchsvolles wie Mother Root. Behalten Sie das Ritual bei: ein richtiges Glas, Eis, eine Garnitur.“

„Ziel ist es nicht nur, den Alkohol zu streichen, sondern sich für die Zeiten, in denen das Trinken sonst automatisch wäre, eine andere Beschäftigung zu suchen“, bestätigt Prof. Nutt. Wer ohne Alternativen in den Oktober startet, läuft eher Gefahr, sich doch wieder einen Drink zu besorgen. Es lohnt sich daher, rechtzeitig vorzusorgen und den eigenen Geschmack auszutesten.

Zuckerfallen meiden und Körperwerte festhalten

Wer stattdessen zu Softdrinks greift, sollte einen Blick auf Kalorien- und Zuckergehalt werfen. Eine Dose Coca-Cola etwa enthält 139 Kalorien und 35 Gramm Zucker – das kann die Bemühungen konterkarieren, wenn man im Rahmen von Sober October auch Körperfett verlieren möchte. Allerdings, so Parker, seien Heißhungerattacken auf Süßes zu erwarten, da Alkohol selbst viel Zucker enthält und dieser Wegfall vom Körper oft kompensiert werden soll.

Zu Beginn des Monats empfiehlt es sich, einige Gesundheitswerte zu notieren. Das kann schlicht das Körpergewicht sein, zusätzlich eventuell Taillenumfang und Blutdruck, sofern Maßband und Blutdruckmessgerät vorhanden sind. So entsteht eine Ausgangsbasis, mit der sich später Fortschritte vergleichen lassen. Schon kleine Veränderungen können motivierend wirken.

„Idealerweise sollte jeder diese Werte einmal vor und einmal nach einem Monat Abstinenz erfassen“, sagt Prof. Nutt. Zusätzlich seien wöchentliche Kontrollmessungen hilfreich, die zum Weitermachen bei Sober October anspornen können – „sofern man sich nicht zu sehr hineinsteigert“, wie er betont. Es gehe um Orientierung, nicht um Perfektion.

Stimmung dokumentieren und Selbstwert stärken

Hilfreich kann es auch sein, vor Beginn der Challenge festzuhalten, wie es um Stimmung und Schlafqualität bestellt ist. „Notieren Sie während Sober October, wie Sie sich fühlen, wie Sie geschlafen haben und in welchen Situationen Sie besonders Lust auf einen Drink hatten“, rät Nutt. „Es geht nicht darum, Schuldgefühle zu erzeugen, sondern darum, sich nützliche Informationen über die eigenen Gewohnheiten und Auslöser zu verschaffen.“

„Wählen Sie ein Maß, das Ihnen persönlich etwas bedeutet“, ergänzt Parker. „Selbst wenn es nur eine Zeile pro Tag ist, wie Sie sich fühlen. Auch die schwierigen Tage gehören dazu: Zu sehen, dass es Ihnen in Woche eins schlecht ging und in Woche drei deutlich besser, hält Sie bei der Stange. Ich würde außerdem ein ‚Brag Book‘ empfehlen, in das Sie täglich drei Dinge eintragen, auf die Sie stolz sind. Das baut das Selbstwertgefühl wieder auf, das Alkohol nach und nach zerstört.“

„Wer ohne Plan nach Hause kommt, wird von der Gewohnheit überrollt“, sagt Parker. Umso sinnvoller ist es, Situationen vorzudenken, in denen man sonst automatisch zur Flasche greift, und zu überlegen, wie man sie diesmal anders gestalten möchte – gerade wenn man zu Hause regelmäßig trinkt.

Abendroutine ändern und Belohnungen aufwerten

„Benennen Sie, was Sie eigentlich wollen: abschalten, eine Belohnung oder Erleichterung von Stress“, sagt Parker. „Dann stillen Sie dieses Bedürfnis auf andere Weise.“ Das könne Sport sein, Musikhören, kreatives Gestalten oder ein Abendkurs. „Jede Tätigkeit, in der Sie aufgehen und die Ihnen Freude bereitet, ist großartig für die psychische Gesundheit und ein natürlicher Stresskiller“, betont sie. „Anders als Alkohol sorgt sie dafür, dass Sie sich hinterher besser fühlen und nicht schlechter.“

„Denken Sie auch daran, dass der angenehme Effekt eines Drinks etwa 20 Minuten anhält und Sie ihm danach nur noch hinterherjagen. Sie haben eine bessere Belohnung verdient. Werten Sie Ihre Belohnungen auf. Geben Sie das gesparte Geld für etwas aus, auf das Sie sich wirklich freuen.“ So entsteht ein positiver Kreislauf, in dem der Verzicht mit echten Genussmomenten verknüpft ist.

Beim sozialen Trinken außer Haus, etwa beim Treffen mit Freunden im Pub oder Restaurant, lohnt es sich, vorab zu prüfen, welche alkoholfreien Optionen es gibt, oder sich schon vorher zu überlegen, was man bestellen wird, sagt Annabelle Bonus, Leiterin des Bereichs Forschung, Strategie und Wirkung bei Drinkaware. „Auch eine einfache, vorbereitete Antwort, falls Ihnen jemand einen Drink anbietet, kann helfen, den Druck aus der Situation zu nehmen.“

Souverän im Pub auftreten und Umfeld einbeziehen

Parker empfiehlt den Satz: „Ich mache gerade eine Pause, und es ist noch ganz am Anfang.“ „Verletzlichkeit lädt zu Unterstützung ein“, erklärt sie. Man dürfe später kommen und früher gehen, wenn es sich stimmig anfühle. „Die meisten Menschen interessiert weit weniger, was in Ihrem Glas ist, als Sie denken.“ Oft reiche eine kurze Erklärung, damit das Thema vom Tisch ist.

Freunde und Familie sollten möglichst im Vorfeld informiert werden, damit sie einen gezielt unterstützen können und gar nicht erst auf die Idee kommen, Alkohol anzubieten. Wer sein Umfeld einbindet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, durchzuhalten. Gleichzeitig kann der Monat auch andere inspirieren, ihren Konsum zu hinterfragen – ein zusätzlicher positiver Nebeneffekt.

Wer sonst problemlos mehrere Gläser Wein vertragen hat, könnte nach einem Monat Abstinenz überrascht sein, wie schnell der Alkohol wieder wirkt. „Ihre Toleranz hat sich möglicherweise verringert“, sagt Prof. Nutt. Der Körper reagiert sensibler, wenn er sich eine Weile erholt hat.

Vorsicht beim Wiedereinstieg und langfristige Grenzen

„Alkohol wird dann stärker wirken. Steigen Sie langsam wieder ein und probieren Sie ‚Zebra Striping‘ – wechseln Sie ein alkoholisches Getränk mit einer nicht-alkoholischen Option ab, wenn Sie wieder anfangen zu trinken.“ Für die ersten Male empfiehlt er, es bei maximal zwei Drinks zu belassen. So bleibt die Kontrolle gewahrt, und die im Oktober erzielten Fortschritte werden nicht gleich zunichtegemacht.

Wenn der Oktober vorbei ist, lohnt ein bewusster Rückblick. „Überlegen Sie, was Sie aus der Erfahrung mitnehmen möchten“, sagt Bonus. „Vielleicht haben Sie Situationen identifiziert, in denen Sie gut ohne Alkohol auskommen, alkoholfreie Alternativen entdeckt, die Ihnen schmecken, oder sind sich einfach klarer darüber geworden, wann und warum Sie überhaupt trinken. Einige dieser neuen Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren, kann ein praktischer Weg sein, den Alkoholkonsum langfristig zu moderieren.“

Für die Zukunft empfiehlt Prof. Nutt, im Rahmen der britischen Obergrenze von 14 Einheiten Alkohol pro Woche zu bleiben. „Trinken Sie an einem Tag höchstens drei Drinks und legen Sie pro Woche mindestens zwei bis drei alkoholfreie Tage ein, damit sich Ihr Körper – insbesondere die Leber – erholen kann“, sagt er. So lasse sich das Risiko alkoholbedingter Schäden deutlich reduzieren.

Die Rolle von Alkohol im eigenen Leben neu bewerten

„Sober October kann eine wertvolle Gelegenheit sein, die Rolle von Alkohol im eigenen Leben zu hinterfragen – ob man eher aus Geselligkeit trinkt, um dazuzugehören, wegen des Rauschs oder um mit Stress und schwierigen Gefühlen umzugehen. Wenn man weiß, warum und wann man trinkt, fällt es leichter zu entscheiden, wie die eigene Beziehung zu Alkohol künftig aussehen soll. Entscheidend ist, Alkohol als bewusste Wahl zu sehen und nicht als automatischen Standard.“

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