1. Startseite
  2. Welt

„Wird in zwei Wochen Winter sein …“ Bauernregel warnt Ende September vor Kälteeinbruch

Kommentare

Uns auf Google folgen

Sonnenschein statt Kälte am 29. September – was heißt das nach einer alten Bauernregel zum Michaelistag eigentlich für den kommenden Winter?

Der 29. September gilt im bäuerlichen Kalender als einer der wichtigeren Lostage des Jahres. An ihm endete traditionell das Bauernjahr, Pachtverhältnisse liefen aus oder begannen neu, und das Wetter dieses einen Tages sollte Hinweise auf den bevorstehenden Winter liefern. Solche Regeln stammen aus einer Zeit ohne wissenschaftliche Wettervorhersage, als Beobachtung und Erfahrung über Generationen weitergegeben wurden. Bis heute halten sich einige dieser Sprüche, auch wenn ihr Wahrheitsgehalt bestenfalls umstritten ist.

Blick auf den Turm in der winterlichen Dämmerung mit Schnee.
Diese Bauernregel macht am Michaelistag eine gewagte Wintervorhersage. © Zoonar.com/Stefan Ziese/Imago

Christen kennen den 29. September als Michaelistag, benannt nach dem Erzengel Michael. Eine der bekanntesten Regeln dazu lautet: „Gibt Michaeli Sonnenschein, wird in zwei Wochen Winter sein.“ Scheint an diesem Tag also die Sonne, soll demnach schon Mitte Oktober der Winter Einzug halten. Für Landwirte früherer Zeiten war dies ein praktischer Anhaltspunkt, um die letzten Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit rechtzeitig zu treffen.

Michaelistag 2026: Was die Bauernregel für den Winter verspricht

Am 29. September 2026 zeigt sich laut DWD-Vorhersage (Deutscher Wetterdienst) tatsächlich viel Sonne: Es wird überwiegend sonnig und trocken, mit Höchstwerten von rund 24 bis 29 Grad und nur schwachem bis mäßigem Wind aus Südost. Genau jene Konstellation, die die Regel als Vorboten eines baldigen Winters deutet. Die Trendprognose für die Tage danach zeigt zwar zurückgehende Temperaturen und mehr Regen, doch von echtem Winterwetter ist bis Anfang Oktober nirgends die Rede, die Werte bleiben mit 17 bis 22 Grad mild.

Wettervorhersage nach Bauernregeln

Es gibt viele Bauernregeln, die auf jahrhundertelangen Beobachtungen basieren. Sie bieten oft einfache, aber prägnante Wettervorhersagen, die auf bestimmten Kalendertagen, dem Verhalten von Tieren oder dem Zustand der Natur beruhen.

Laden Sie sich die Bauernregeln HIER kostenlos herunter

Vorschaubild für eine Sammlung von Bauernregeln zur Vorhersage des Wetters als kostenloser Download
Mit diesen alten Bauernregeln lässt sich das Wetter vorhersagen. Laden Sie sich die Sammlung herunter. © IPPEN.MEDIA

Neben der Hauptregel kennt der Volksmund weitere Sprüche zum Tag, die teils sogar widersprüchlich klingen: „Regnet‘s am Michaelistag, folgt milder Winter nach. Wenn aber Michael der Wind kalt weht, ein harter Winter zu erwarten steht.“ Auch heißt es: „Auf nassen Michaeltag, nasser Herbst folgen mag.“ Und selbst das Verhalten von Bäumen kommt ins Spiel: „Fallen die Eicheln vor Michaeli ab, so steigt der Sommer früh ins Grab.“ Sonnig, trocken und windarm wie 2026 passt am ehesten zur Sonnenschein-Regel.

Aus heutiger Sicht lässt sich eine Bauernregel wie diese nicht als verlässliches Instrument zur Wintervorhersage nutzen. Sie entstand zu einer Zeit ohne Satellitenbilder oder Computermodelle, als Landwirte über Generationen hinweg auf eigene, oft nur lokal gültige Beobachtungen angewiesen waren. Hinzu kommt: Die Klimakrise verändert Wettermuster, die sich über Jahrhunderte eingespielt hatten, spürbar und macht Zusammenhänge, die früher halbwegs stimmig wirkten, zunehmend unberechenbar. Diese ganz alltägliche Bauernregel ist andererseits wissenschaftlich fundiert.

Wer waren die Erzengel?

Michael, Gabriel und Raphael gelten in der christlichen Tradition als Boten Gottes: Michael als Kämpfer gegen das Böse, Gabriel als Überbringer wichtiger Botschaften, Raphael als Helfer und Heiler. Seit einer Liturgiereform 1969 feiert die katholische Kirche alle drei gemeinsam am 29. September, zuvor hatte nur Michael an diesem Datum einen eigenen Feiertag.

Wer heute wissen will, wie der Winter wird, kommt an einem einzelnen Lostag ohnehin nicht weit. Selbst die Meteorologie stützt sich bei vergleichsweise aussagekräftigen Regeln, etwa rund um den Siebenschläfertag im Juni, nie auf einen Einzeltag, sondern auf mehrwöchige Betrachtungszeiträume mit ausreichender statistischer Basis. Seriöse Wetterprognosen reichen zudem kaum weiter als etwa zehn Tage in die Zukunft. Belastbare Aussagen über den gesamten Winter lassen sich daraus im Oktober schlicht noch nicht ableiten. Passend zum Thema: Fast 400 Jahre altes Wettersystem prognostiziert für den Oktober 2026 sehr trübe Vorzeichen.

Auch interessant

Kommentare

Teilen