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Frühstartrente für Kinder: Was der Staat wirklich zahlt und was am Ende bleibt

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Bis zu 320.000 Euro Rente für Kinder verspricht die Frühstartrente. Doch unabhängige Experten rechnen deutlich nüchterner. Was Eltern jetzt wissen müssen.

Berlin – Noch bevor sie lesen können, sollen Kinder in Deutschland ein eigenes Rentenkonto bekommen. Die Idee hinter der sogenannten Frühstartrente: Schon im jungen Alter mit staatlicher Hilfe an die Altersvorsorge heranführen. Seit Freitag (25. September) berät der Bundestag erstmals über das Vorhaben. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) brachte den Entwurf ins Parlament ein. Verabschiedet ist das Gesetz bisher nicht – die parlamentarischen Beratungen laufen.

Eine jung Frau wirft Münzen in ein Glas.
Mit der Frühstartrente will die Bundesregierung bereits Kinder an eine kapitalgedeckte Altersvorsorge heranführen. (Symbolbild) © Arne Immanuel Bänsch/dpa

Bei der Frühstartrente handelt es sich um ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot. Der Bund zahlt für jedes Kind ab dem sechsten Geburtstag bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro ein. Berechtigt sind zunächst alle Kinder des Geburtsjahrgangs 2020 – rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Ab 2027 kommt jährlich der Jahrgang der dann Sechsjährigen hinzu. Wer heute schon sieben Jahre alt ist, geht leer aus. Irgendwo müsse man anfangen, sagte SPD-Politiker Klingbeil dazu.

Bundestag berät über Frühstartrente: Was bringt das konkret?

Bis zum 18. Geburtstag zahlt der Staat insgesamt 1.440 Euro ein. Nach Berechnungen von Finanztip würde diese bei einer durchschnittlichen Verzinsung abzüglich der Kosten in dem Zeitraum auf 2200 Euro anwachsen. Ohne weitere Einzahlungen könnten daraus laut Bundesfinanzministerium bis zum Renteneintritt rund 53.000 Euro werden. Der unabhängige Finanzratgeber Finanztip rechnet konservativer: Nach Abzug von Kosten kämen demnach schätzungsweise rund 25.000 Euro zusammen.

Eltern und Großeltern können das Depot durch freiwillige Einzahlungen aufstocken – bis zu 6840 Euro pro Jahr sind erlaubt. Legen Eltern monatlich zehn Euro dazu, kann das Depot bis zum Renteneintritt auf rund 107.000 Euro wachsen. Bei 50 Euro monatlich wären es laut Finanzministerium rund 320.000 Euro. Das Depot können Eltern bei einem privaten Anbieter ihrer Wahl eröffnen. Wer kein eigenes Depot eröffnet, verliert das Geld nicht: Es fließt dann in ein Sondervermögen des Bundes, das von der Bundesbank verwaltet wird. Ausgezahlt wird das geförderte Kapital frühestens ab dem 65. Lebensjahr.

Frühstartrente stoßt nicht bei allen auf Zustimmung: „Nichts anderes als Symbolpolitik“

Nicht alle sind überzeugt. Die Linke kritisiert, dass staatliches Geld direkt in private Verträge fließe. „Eine halbe Million Neuabschlüsse pro Jahr, diese Frühstartrente ist kein Vorsorgeprogramm, das ist private Kundenakquise“, sagte die Abgeordnete Lisa Schubert. Auch die IG Metall sieht das Konzept kritisch: Zehn Euro im Monat seien nur ein kleiner Köder, um Familien in die Arme von Fondsanbietern zu treiben. Stattdessen müsse die gesetzliche Rente gestärkt werden.

Hinzu kommen Fragen zur Fairness. Die Linke bemängelt, dass wohlhabende Eltern, die Eigenbeiträge stemmen könnten, würden obendrauf steuerlich begünstigt, während ärmere Familien das Nachsehen hätten. Rentenexpertin Sarah Vollath sagte der Rheinischen Post: „Die Frühstartrente ist nichts anderes als Symbolpolitik, mit der die Bundesregierung schon die Jüngsten in der Gesellschaft an den Kapitalmarkt binden will.“ Für die Linke sei die Frühstartrente ein „Sinnlos-Projekt“.

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Die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann verteidigte das Konzept: „Jungen Menschen kommt dadurch die Kraft des Kapitalmarkts und der Zinseszinseffekt von klein auf zugute“. Klingbeil sieht in der Frühstartrente auch ein Instrument gegen soziale Ungleichheit: „Es ist noch heute so, dass viel zu häufig der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, welche Zukunft Kinder in unserem Land haben.“ Fakt ist: Der Staat lässt sich das Programm einiges kosten: 198 Millionen Euro sind für 2027 eingeplant, bis 2030 sollen die Ausgaben auf 411 Millionen Euro jährlich steigen. (Quellen: AFP, dpa) (cln)

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